Selbstverständnis

Ab Oktober 2021 sollen in Hof Menschen allein zum Zweck der Vorbereitung beziehungsweise Durchführung ihrer Abschiebung inhaftiert werden. Aus der Erfahrung anderer Abschiebehaft-Kontaktgruppen sowie aus nationalen und internationalen Studien wissen wir, dass Abschiebungshaft die Würde der betroffenen Menschen verletzt, sie psychisch und physisch krank macht.

Deshalb haben wir uns als Einzelpersonen zum Verein Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Hof e.V. zusammengeschlossen, um den inhaftierten Menschen Beistand, Beratung und Unterstützung anzubieten. Wir wollen ihre erzwungene Isolation aufbrechen, ihnen zuhören und für sie zum Sprachrohr werden, dort, wo ihre Rechtsansprüche, Interessen, Bedürfnisse und Sorgen kein Gehör finden.

Der Zweck des Vereins ist in erster Linie die Hilfe für politisch, ethnisch oder religiös Verfolgte, für Geflüchtete und Vertriebene; die Unterstützung geflüchteter Menschen in Abschiebehaft bei der rechtlichen Vertretung im Sinne der freiwilligen Gerichtsbarkeit sowie die Unterstützung geflüchteter Menschen in Abschiebehaft mit der Beratung zu den Unterbringungsrichtlinien.

Dies setzen wir innerhalb der Haftanstalt im Kontakt mit der Anstaltsleitung, dem Beirat und dem Personal um, aber auch auf dem Rechtsweg vor den Amtsgerichten in Kooperation mit engagierten Rechtsanwält*innen. So versuchen wir unser Möglichstes, um Haftbedingungen zu verbessern, Haftentlassungen zu erreichen und Abschiebungen abzuwenden.

Die Perspektive der Behörden nehmen wir zur Kenntnis, analysieren und hinterfragen sie im kritischen Dialog. Auf Einhaltung menschenrechtlicher Standards und der Prinzipien des Grundgesetzes bestehen wir.

Den inhaftierten Geflüchteten begegnen wir als gleichwertigen Mitmenschen, gehen auf ihre Bedürfnisse ein und begleiten sie unterstützend und ermutigend.

Wir lehnen sowohl das Prinzip der Abschiebung als auch die daraus resultierende Abschiebungshaft als unmenschlich ab.